Bernanke: US-Leitzins darf nicht „zu lange zu niedrig“ bleiben
ATLANTA 16.04.2009 (Dow Jones). Die US-Notenbank muss nach Einschätzung ihres Chairman Ben Bernanke den Zeitpunkt für Zinsanhebungen und einen Ausstieg auf den Fed-Kaufprogrammen genauestens abpassen. Der Leitzins dürfe "nicht zu lange zu niedrig" bleiben, sagte Bernanke im Anschluss an eine Rede am Morehouse College in Atlanta. Andernfalls könne sich dies ungünstig auf die Inflation auswirken. Der Fed-Leitzins steht gegenwärtig nahe null.
Zudem müsse die US-Notenbank aus ihren im Zuge der Finanzkrise aufgelegten Kaufprogrammen zum richtigen Zeitpunkt aussteigen. "Das wird eine schwierige Kalkulation", sagte Bernanke. Sobald der Privatsektor wieder Mittel bereitstelle, sei der Zeitpunkt für einen Ausstieg angemessen. Die Fed hatte zuletzt den Kauf von US-Staatsanleihen sowie eine Ausweitung der bestehenden Kaufprogramme für hypothekarisch besicherte Wertpapiere angekündigt.
An einigen Finanzmärkten sieht der Währungshüter bereits eine "beträchtliche" Besserung, doch der Häusermarkt sei nach wie vor in einer "extrem" schlechten Lage. Durch das Kaufprogramm der Fed für hypothekarisch besicherte Wertpapiere solle ein anhaltender Rückgang der Hauspreise vermieden werden.
Der Dollar werde auch weiterhin die weltweit dominierende Reservewährung bleiben, betonte Bernanke. Der beste Weg, einen starken Dollar zu gewährleisten, sei eine starke Wirtschaft. Zudem sagte der Fed-Chairman, US-Staatsanleihen seien weiterhin eine attraktive Anlagemöglichkeit für Schwellenländer.
Auf dem "Kongress Länderrisiken 2009", der von dem internationalen Exportkreditversicherer Coface Deutschland veranstaltet wird, beschäftigt sich ein eigener Workshop mit der wirtschaftlichen Lage in den USA.




