Polen will IWF-Kreditlinie beantragen
WARSCHAU / WASHINGTON 16.04.2009 (Dow Jones). Polen plant so bald wie möglich eine flexible Kreditlinie beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zu beantragen. Geplant sei ein Volumen von rund 20 Mrd USD, sagte der polnische Finanzminister Jacek Rostowski am Dienstag. Polen wäre damit nach Mexiko das zweite Land, dass eine solche Kreditlinie in Anspruch nehmen will. Zu dieser IWF-Fazilität habe nur der "Platinum-Club" ökonomisch besonders starker Länder Zugang, betonte Rostowski.
Der IWF begrüßte Polens Wunsch nach der flexiblen Kreditlinie. "Die ökonomischen Fundamentaldaten und die institutionellen Rahmenbedingungen des Landes sind stark, und die polnischen Behörden haben sich auf eine solide Politik verpflichtet", erklärte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Washington.
Die flexible Kreditlinie - ein neues Instrument des IWF - soll Rostowski zufolge die Funktion Polens als Stabilitätsanker für Mittel- und Osteuropa stärken. Dies werde die Belastungen aus dem Schuldendienst und damit auch den potenziellen Abwertungsdruck auf den Zloty mindern, sagte der Finanzminister. Analysten sagten, der Schritt sei sehr sinnvoll und eine gute Nachricht für den polnischen Bondmarkt. Marcin Mrowiec, Chefökonom der Bank Pekao, erklärte, mit dem Zugang zu der flexiblen Kreditlinie seien niedrigere Risikoprämien auf polnische Anleihen wahrscheinlich.
Einigkeit herrschte auch darüber, dass sich der polnische Zloty durch den Zugriff auf die IWF-Fazilität weiter befestigen dürfte. Seit ihren Tiefständen Mitte Februar hat die polnische Währung bereits um 15 Prozent gegenüber dem Euro angezogen. "Im Ergebnis sollten wir niedrigere Zinsen und einen stärkeren Zloty sehen", sagte auch Pablo Cisilino von Stone Harbor Investor Partners in New York.
Auf dem "Kongress Länderrisiken 2009", der von dem internationalen Forderungsspezialisten Coface Deutschland ausgerichtet wird, befasst sich ein eigener Workshop mit der wirtschaftlichen Situation in Mittel- und Osteuropa.




