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29. April 2010 Rheingoldhalle Mainz

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China und Indien punkten mit dem Binnenmarkt


Inlandsnachfrage gleicht Exportrückgang weitgehend aus

FRANKFURT 27.08.2009 (F.A.Z.-Institut). Der aktuelle Weltklimaindex des ifo-instituts für das dritte Quartal 2009 weist es aus: Asien setzt zur Erholung an. Mit 94,4 Punkten schätzt man dort die Wirtschaftslage fast ebenso günstig ein wie im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre. Japan hat das Konjunkturtal im zweiten Quartal 2009 mit einem Wachstum von 0,9% gegenüber dem Vorquartal durchschritten. Auch die Tigerstaaten erholen sich langsam vom vergangenen Exporteinbruch. China und Indien weisen bislang lediglich eine Wachstumsabschwächung auf hohem Niveau aus. Sie verfügen mit ihrer Milliardenbevölkerung über einen robusten Binnenmarkt, der durch staatliche Investitionen zusätzlich gestützt wird.

China verlor infolge des akuten Konjunktureinbruchs im Herbst 2008 etwa 3 Prozentpunkte seines Wirtschaftswachstums. Statt wie zuvor um etwa 9% erhöhte sich das reale BIP im Schlussquartal 2008 um 6,8% und im 1. Quartal 2009 um lediglich 6,1%. Doch bereits im 2. Quartal 2009 zog die Zuwachsrate wieder auf 7,9% an. Vor allem öffentliche Investitionen, aber auch der private Konsum trugen dazu bei. Dagegen ging der Export dramatisch zurück. In den ersten sieben Monaten 2009 sanken die Erlöse um 22%. Auch die ausländischen Direktinvestitionen brachen ein und lagen bis einschließlich Juli 2009 um 18% unter dem Vorjahreswert.

Indiens Wirtschaft wuchs von Oktober 2008 bis März 2009 noch um 5,8%, lediglich 2 Prozentpunkte weniger als im Sommerhalbjahr 2008. Gleichzeitig war der Warenexport um 20% gesunken. Auch im neuen Wirtschaftsjahr 2009, das im April begann, setzte sich der Exportrückgang fort. Die Ausfuhr sank von April bis Juni sogar noch stärker, um rund 31%. Ähnlich stark, um 30%, sanken die ausländischen Direktinvestitionen. Darunter litt die verarbeitende Industrie, die die reale Produktion lediglich noch um 3,4% erhöhte. Das reale BIP legte trotzdem im Frühjahr weiter kräftig um 6,1% zu. Eine Gefahr für die konjunkturelle Stabilität geht nun von den geringen Regenfällen des Sommermonsuns aus, die sich negativ auf die Erträge in der Landwirtschaft auswirken und die Inflationsrate wieder steigen lassen dürften.

In beiden Ländern zeigen die Aktien- und Immobilienmärkte 2009 eine überaus positive Entwicklung, die Aktienindizes liegen trotz der jüngsten Konsolidierung noch um mehr als 60% über dem Jahresendstand 2008. Dazu trugen die Lockerung der Geldpolitik und die zusätzliche Liquidität der Konjunkturprogramme bei, die vor allem in China zur Überwindung der Auswirkungen der internationalen Finanzkrise eingesetzt wurden. Einige Beobachter fürchten daher, dass sich die Korrektur auf den Märkten in China und Indien verstärken und zu einer Unterbrechung des Konjunkturaufschwungs führen könnte. Dabei dürfte die finanzielle Stabilität insbesondere der Unternehmen in Indien noch größer sein als in China.

Gunther Schilling, F.A.Z.-Institut

 

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